…historisch gesehen – DER Weinersatz…

Kaffee stammt vom altarabischen Wort “qahwah” ab,

was so viel wie Wein bedeutete. 

Die Türken verwendeten den Namen >kahweh< für

das Kaffeegetränk.

Da es den Moslems verboten war, Wein zu trinken,

wurde der Legende nach das leicht berauschend

wirkende Kaffeegetränk damals

auch Wein des Islams” genannt.

Mythen und Legenden

Viele Geschichten, Mythen und Legenden ranken sich um die Entdeckung des Kaffees. Einer Legende nach soll im Jahre 850 der Hirte Kaldi aus dem damaligen Königreich Abessinien (heute Äthiopien, Provinz Kaffa) seine Ziegen dabei beobachtet haben, wie diese die roten Früchte einer Pflanze fraßen. Die Tiere sprangen danach aufgeregt herum und fanden nächtelang keinen Schlaf. Der Hirte, aufgebracht über dieses ruhelose Verhalten der Ziegen, beschwerte sich im nahe gelegenen Kloster bei den Mönchen darüber. Die Mönche untersuchten die Kirschen mit wissenschaftlicher Neugier und kosteten sie, doch enttäuscht von dem Geschmack warfen sie sie ins Feuer. Daraufhin soll sich ein angenehmer Duft verbreitet haben, was die Neugierde der Mönche wieder aufkeimen ließ. Sie machten einen Aufguss aus diesen Bohnen und stellten eine belebende Wirkung des Gesöffs fest.

Es wird angenommen, dass durch Sklavenhändler die Kaffeepflanzen von Äthiopien über das Rote Meer nach Arabien transportiert wurden. Äthiopien und die Region Kaffa werden noch heute als Geburtsort des Kaffees bezeichnet.

Die ersten großflächigen Kaffeeplantagen soll der Scheich Gemaleddin im Jahre 1454 im Jemen angebaut haben. Dafür ließ er sich Kaffeepflanzen aus dem Königreich Abessinien bringen. Hier beginnt die Geschichte der Kultivierung des Kaffees.

 

Rasch verbreitete sich dieses Getränk ausgehend von Städten wie Mekka, Medina und Mokka über das arabische Großreich. Um 1511 entstanden die ersten Kaffeehäuser, sogenannte Kaveh Kanes, in Mekka und etwas später in Aleppo und Damaskus. Sie dienten anfangs religiösen Zwecken, wurden aber rasch zu Orten der Begegnung, in denen gespielt, gelacht und Kaffee getrunken wurde.

Im 16. Jahrhundert konnte der Siegeszug des Kaffees nicht mehr gestoppt werden: Über Pilgerwege verbreitete sich das Getränk rasch bis nach Kairo. Kaffee wurde immer wichtiger !

1591 wurde erstmals vom italienischen Arzt und Botaniker Prosper Alpinus die Kaffeepflanze skizziert und genau beschrieben.

1616 soll es den Niederländern gelungen sein, Kaffee zu kultivieren und zu züchten. Es wurde heißes Wasser über die Bohnen geschüttet um sie keimunfähig zu machen und damit die Konkurrenz zu verhindern. Die Niederländer begannen in Sumatra oder Java Kaffee anzubauen. Durch die Kolonialisierung und den Ausbau der Handelswege wurde Kaffee zu einem wichtigen Handelsgut.

Die weltbekannte Wiener Kaffeehaustradition hat ihre Anfänge im Jahre 1683 und zählt seit 2011 zum UNESCO-Kulturerbe.

Einer Legende nach soll Georg Franz Kolschitzky als Türke verkleidet die feindlichen Linien durchbrochen haben, um Karl von Lothringen eine sehr wichtige Nachricht zu überbringen. Nach gelungener Mission wurde er stattlich belohnt, unter anderem mit 500 Säcken mit dunklen Bohnen.

Frauen war damals der Zutritt zu Kaffeehäusern verwehrt, erst im Jahre 1856 wurde dieses Verbot aufgehoben.

100 Jahre später entstand in Wien der “Klub des Wiener Kaffeehausbesitzer”.

Kaiser Friedrich der Große

Am 21. Januar 1781 soll Kaiser Friedrich der Große eine Kaffeeverordnung erlassen haben mit dem Inhalt, dass Rösten von Kaffee nur noch von staatlich genehmigten Röstereien durchgeführt werden darf. Friedrich wollte Kaffee als Getränk der Reichen und Hochgeborenen durchsetzen und setzte sogenannte Kaffeeschnüffler ein. 

Erst nach dem Tod von Friedrich wurde das Kaffeemonopol abgeschafft. Kaffee wurde zu einem der meistkonsumierten Getränke. So soll ein Deutscher im Laufe seines Lebens rund 77000 Tassen konsumieren, Tendenz stark steigend.

First Wave (1930-1960)

Den Höhepunkt erreichte die erste Kaffeewelle zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Kaffee wurde in dieser Zeit zu einer Massenware und konnte in jedem Supermarkt zu einem erschwinglichen Preis erworben werden. Die technische Entwicklung und der allgemeine Fortschritt begünstigten diesen Prozess. 

Doch die erste Kaffeewelle hatte auch ihre Kehrseite:

Durch die gesteigerte Nachfrage litt die Qualität. Kaffee wurde nicht mehr frisch gemahlen und in kleinen Läden verkauft, sondern vakuumverpackt gelagert und konnte in fast jedem Geschäft gekauft werden. Die Folgen waren Geschmacks- und Qualitätsverlust, schwierige Arbeitsbedinungen, niedrige Löhne. 

 

Second Wave (1960-1990)

Der Beginn der zweiten Welle lässt sich auf die Eröffnung des kleinen Kaffeehauses “Peet´s Coffee & Tea” im Jahre 1966 zurückdatieren. Der Besitzer brachte hochwertigen Kaffee auf den Markt und teilte gerne sein umfangreiches Wissen mit seinen Kunden. Er soll auch an die Gründer von Starbucks sein Wissen weitergegeben haben.

Hochwertige Arabica-Bohnen waren wieder in. Neben klassischem Kaffee gab es plötzlich Espresso, Cappuccino, Caffé Latte – und Coffee to go. Kaffee wurde zum Ausdruck eines Lifestyles.

In dieser Zeit wurden auch Zucker, Milch, Sahne, Sirups, Flavours und andere Zutaten in den Kaffee gegeben. Der reine Kaffeegeschmack rückte an zweite Stelle und spannende Kaffeekreationen eroberten den Weltmarkt.

Third Wave (1990-heute)

Parallel zum Massenmarkt entwickelte sich eine neue Kaffeebewegung: Kaffee als das Mittel der Wahl, wenn es um Genuss und Lifestyle geht.

Die Menschen entdeckten ihr Interesse am Kaffee wieder. Anbaugebiete, fairer Handel, Bio-Qualität und verschiedene Zubereitungsarten werden dokumentiert.

Kleine Dritte-Welle-Röster schießen aus dem Boden. Sie rösten bis zu 30 Minuten bei niedriger Temperatur und sorgen so für die allerhöchste Kaffeequalität.

Ein wichtiger Bestandteil der Third Coffee Wave ist das Zelebrieren und das Wissen über verschiedene alternative Zubereitungsmethoden wie French-Press, Chemex oder Filter. 

Der individuelle Geschmack und das persönliche Kaffeeerlebnis stehen also hoch im Kurs. Das Wissen über Kaffee nimmt zu. Seminare über Kaffees und deren Zubereitungsmethoden sind fast immer ausgebucht. Latte-Art-, Brew- oder Röstmeisterschaften werden gut besucht und Berichte darüber kommen immer häufiger in verschiedenen Medien vor, genauso wie Kaffeemessen in der ganzen Welt. Es hat sich sogar eine eigene Berufsbezeichnung für Kaffeeexperten etabliert:

Baristas (italienisch für Barkeeper) oder Kaffeesommeliers.

Sie gelten als Experten vor oder hinter der Kaffeemaschine, sind vertraut mit Latte Art und haben meist ein umfangreiches Kaffeewissen, das sie gerne weitergeben.

Ausbildungsstandards, wie es beispielsweise die SCAE (Specialty Coffee Association of Europe) fordert, sind sehr wichtig und sollten vom Staat anerkannt werden.

Die Entstehung des

Barista

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